Vorgestellt – Bohnanza: Das Duell – 2/2017

Das Spiel wurde uns freundlicherweise von AMIGO Spiele kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

 

Endlich gibt es die Möglichkeit alle Streitigkeiten um den Bohneneintopf im waschechten Duell unter vier Augen(bohnen) auszutragen!

Überblick über das Bohnenduell

Überblick über das Bohnenduell

 

Bei Bohnanza – Das Duell, sitzen sich zwei Spieler gegenüber und machen sich gegenseitig die heiß begehrten Bohnentaler streitig. Auf High Noon braucht ihr dabei nicht zu warten. Schachtel auf, die 104 Bohnenkarten, 32 Bonuskarten, 8 Geschenkkarten und 2 Bohnenfeld-Ablagen ausgepackt, und los geht’s!

Vorbereitung des Kampfplatzes

Damit die Gegner sich nicht gleich persönlich an die Gurgel gehen, wird in der Mitte des Tisches erstmal eine „Mauer“ aus Bohnen ausgelegt: die Geschenkkarten. Angefangen bei der Gartenbohne bis hin zur Blauen Bohne werden diese dabei  aufsteigend nach der abgedruckten Anzahl gleichnamiger Karten im Spiel von 6 über 8 und 10 bis hin zur 20 in eine Reihe gelegt. Anschließend erhält jeder Spieler eine Bohnenfeld-Ablage, um seine drei noch leeren Bohnenfelder vor sich auf dem Tisch zu markieren, 3 Bohnentaler und 8 Handkarten. Die restlichen Karten bilden zwei Nachziehstapel: einen für Bohnen-, einen für Handkarten.

die Geschenkkarten in einer Reihe

En garde!

die Bohnenfelder in Action

Abwechselnd sind jetzt die beiden Duellanten an der Reihe. Zunächst die Handkarten aufgefächert: Jeder Spieler hat 5 Bohnen- und 3 Bonuskarten auf der Hand. Ein Spielzug beginnt mit dem Anbau der vordersten  Handkarte(n) auf dem eigenen Acker.  Der Anbau von Bohnen folgt dabei einem simplen Prinzip: Auf die zuletzt angebaute Bohne kann entweder eine artgleiche Bohne, oder eine von nächst höherer Verfügbarkeit gelegt werden. Auf eine rote Bohne, von der 8 Karten im Spiel sind, kann also eine weitere rote Bohne oder eine Augenbohne folgen, von der es 10 Karten gibt.

Aber Obacht! Jede Bohnensorte hat eine eigene Punkteskala, das sogenannte Bohnometer. Je mehr Bohnen von einer Sorte es im Spiel gibt, desto mehr müssen angebaut werden, um bei der späteren Ernte des Feldes viele Bohnentaler zu verdienen. Wie viele Taler ein Feld gerade einbringt, zeigt immer die zuletzt angebaute Bohne an.  Jetzt deckt der aktive Spieler 3 Bohnenkarten vom Nachzugstapel auf und legt sie vor sich auf den Tisch.

Der Nahkampf beginnt

Und schon kommt die fieseste Spielphase: Man muss dem verfeindeten Gegenüber eine Karte als Geschenk anbieten! Hierfür stehen sowohl die offen auf dem Tisch liegenden, als auch die eigenen Handkarten zur Verfügung. Widerstrebend kommt der aktive Spieler dieser Notwendigkeit nach. Zum Glück kann er zumindest die Karte anbieten, die er selbst gerade am wenigsten braucht. Und sogar Bluffen ist erlaubt: Auch Bohnensorten, die gerade nicht im eigenen Besitz sind, darf man anbieten.  Um ein Angebot zu machen schiebt der aktive Spieler die passende Geschenkkarte aus der auf dem Tisch liegenden Reihe ein Stück in Richtung des Gegners.

Auch bei den Bohnen auf den Spielkarten ist das Duell in vollem Gange

Jetzt fragt sich dieser: Will ich das Geschenk? Nutzt es mir? Will mein Gegner da dringend irgendwelchen Ramsch loswerden? Und, vielleicht am spannendsten, hat er die angebotene Bohne überhaupt?

Nimmt der Gegner das Geschenk an, wechselt die Bohne sofort den Besitzer und muss auf eines der Felder. Lehnt er das Angebot ab, muss er jetzt selbst ein Gegenangebot machen. Das geht so lange hin und her bis ein Spieler mit einem Angebot zufrieden ist. Spannend ist, dass jede Bohnensorte pro Runde nur einmal angeboten werden darf. Die Auswahl an Bohnen, die man wirklich loswerden möchte oder überhaupt besitzt, wird mit jedem abgelehnten Geschenk größer. Welche Bohnen schon „raus“ sind, zeigen die verschobenen Geschenkkarten in der Tischmitte. Die Wahrscheinlichkeit, dass der Gegner blufft steigt also auch.

Und was, wenn mein Gegner meinen Bluff durchschaut und eine Bohne nehmen möchte, die ich gar nicht besitze? Äußerst ärgerlich, ich muss ihm sofort einen Bohnentaler Strafe zahlen. Hat er aber gehofft, mich beim Bluffen zu erwischen und ich kann die gewünschte Karte doch aus meiner Hand hervorzaubern, kann ich ihm damit unter Umständen eine schöne Ernte ordentlich verhageln: Er muss die unliebsame Bohne sofort anbauen, egal ob ihm das passt oder nicht. Die Geschenkphase macht dem Titel des Spiels alle Ehre. Hier wird das Duell schnell hitzig, jede Runde kommt es zum Schlagabtausch.

Kurze Verschnaufpause

Auf das hitzige Gefecht folgt die Abschlussphase eines jeden Zuges. Geschenkte oder ausgelegte Bohnenkarten werden auf die eigenen Felder verbracht. Es wird angebaut, geerntet und Taler gescheffelt. Zum Abschluss jedes Zuges werden dann noch 2 Bohnenkarten nachgezogen und eventuell der Vorrat an zwischenzeitlich verwendeten Bonuskarten (s.U.) wieder aufgefüllt. Doch lange währt der Frieden nicht: Jetzt ist der Gegner dran, das Hauen und Stechen beginnt  alsbald von vorn.

Wer den Groschen nicht ehrt…

Bonuskarten: Die Anbaureihenfolge muss den Symbolen folgen, um Extragroschen zu verdienen

Die drei Bonuskarten, auf der Hand hinter den Bohnenkarten angeordnet, geben zusätzliche Herausforderungen und Möglichkeiten im Duell. Jede Karte zeigt anhand kleiner Symbole, wie viele Bohnen auf einem Feld in welcher Reihenfolge angebaut werden müssen, um sich extra Groschen zu verdienen. Einfache Aufgaben, wie vier Bohnen der gleichen Art untereinander anzubauen, geben wenig Extragroschen, 8 gleiche Karten, oder komplexe Kombinationen, etwa zwei Bohnen einer Sorte gefolgt von drei Bohnen der nächsten Sorte plus einer Bohne einer dritten Sorte können sogar 100 Groschen zusätzlichen Gewinn machen. Erfüllt ein Spieler auf einem seiner Felder ein Kriterium, darf die Bonuskarte sofort umgedreht und auf den eigenen Talerstapel abgelegt werden. Sie zählt einen Taler plus den zusätzlich angegebenen Wert in Groschen. Die Bonuskarten machen es deutlich schwerer die Pläne des Gegners zu durchschauen.  Da wird schon mal begeistert nach einer Bohne gegrapscht, von der man sich sicher war, dass sie als Geschenk wertlos sein sollte.

Sieg und Niederlage

Ist der komplette Stapel Bohnenkarten aufgebraucht, endet das Spiel. Ein letztes Mal werden die verbliebenen Bohnen zusammengekratzt und zu Talern gemacht. Anschließend wird das Vermögen auf Taler und Groschen ausgezählt. Der bessere Duellant wird gewinnen!

 

Vera meint:

Wer sich bei Bohnanza schon öfter gewünscht hat, aufkommende Feindseligkeiten mit seinen Mitspielern auf passende Weise zu lösen, für den ist Bohnanza – Das Duell wie geschaffen. Wer bisher noch keinen Kontakt mit den anderen Spielen der Bohnanza Reihe hatte, macht gar nichts. Neulinge finden sich sogar leichter ins Spiel als eingefleischte Bohnanzianer, da viele Spielprinzipien ohnehin neu sind oder anders verwendet werden als in der Mehrspielervariante. Diese Abwandlungen machen das Spiel ziemlich erfrischend. Die Regeln sind schnell durchschaut, die Karten gehen flott von der Hand und es macht Spaß. Auch nach etlichen Runden wird das Spiel kein bisschen langweilig.  Trotz meiner generellen Skepsis gegenüber Kartenspielen für Zwei und der Angst, dass eines meiner liebsten Spiele den Wandel zum Duell nicht verkraften könnte, hat mich Bohnanza – Das Duell überzeugt. Ein kleines Manko kann ich lediglich in der Erklärung der Bonuskarten-Funktion auf dem Regelblatt sehen. Auch wenn mir selbst das Prinzip sofort klar war, haben einige meiner Mitspieler eine ganze Weile gebraucht, bis Sie verstanden hatten welche Karten wie angeordnet sein müssen, um die Bonusoptionen zu erfüllen. Hier könnten die Macher vielleicht noch nachbessern. So. Jetzt gibt’s erst mal Schnibbelbohnen für alle. Möchte mich danach noch jemand zum Duell herausfordern?

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