Vorgestellt – Pints of Blood

Pints of Blood Spielbrett / Aufbau

Zombies stürmen… äh… schlurfen auf den Pub zu, wo sich unsere Buddys bereits an der Bar positioniert haben.

Ein Pub, Zombies und ein nicht alltägliches Waffenarsenal… wer da an den Film „Shaun of the Dead“ denkt, liegt goldrichtig. Das von HUCH! verlegte „Pints of Blood“ orientiert sich sehr stark an ebengenanntem Film und versucht dessen Schlüsselszene in einem spannenden Überlebenskampf zu inszenieren.

„Pints of Blood“ wurde uns freundlicherweise von Huch! kostenlos zur Verfügung gestellt. Dies hat jedoch keinen Einfluss auf die Wertung des Spiels.

Überblick

Bevor der Spaß zum ersten Mal losgeht, gibt es aber erst noch ein wenig Arbeit für den Spieler. Denn erst einmal müssen die Stanzbögen ausgepöppelt werden und – was ich ganz besonders ungern mache – die Würfel auf allen Seiten beklebt werden. Dem Spiel liegen nicht nur die Anleitung sondern zudem die Karten in zwei Sprachen bei (englisch und deutsch).

Du bist mit deinen Buddys in eurem Lieblingspub und schlürfst gerade ein kühles Bier als seltsame Geräusche von draußen an eure Ohren dringen. Stöhnen, gurgeln, schlurfen… Zombies! Ihr greift euch, was ihr als Waffen in die Hände bekommen könnt (das kann auch schon mal ein Toaster sein) und macht euch bereit. Runde für Runde versucht ihr die eindringenden Zombiehorden zu dezimieren, indem ihr euren Buddys die richtigen Anweisungen gebt. Wer am Ende ins Fluchtfahrzeug einsteigen kann, hat nicht nur überlebt sondern auch gewonnen.

Selten aber gut: Es kann zwischen zwei Schwierigkeitsgraden gewählt werden.

Pints of Blood Spielmaterial

Zweisprachiges Spielmaterial inklusive.

Die Party beginnt

Jeder Spieler zieht zu Beginn seines Zugs eine Handkarte vom Stapel und verfügt über mehrere Buddys, die auf dem Sofa in der Ecke des Pubs hocken. Man kann beliebig viele hiervon nach vorne an die Bar (= in den Kampf) schicken. Welche Waffen und Extratreffer zur Verfügung stehen, wird nun ausgewürfelt und kann durch zusätzliche Handkarten aufgewertet werden. Die Waffen unterscheiden sich hierbei in ihrer Reichweite (Ferndistanz-, Mitteldistanz- und Nahkampfwaffen).

Leider definieren die Würfel aber auch, wie viele neue Zombies ins Spiel kommen. Der Pub ist von 5 „Bahnen“ umgeben, auf denen farbige Plättchen (in blau, grün, rot und gelb) liegen. Je nach gewürfelter Farbe landen die Hirnfresser auf den ebenso gefärbten Plättchen. Wurde die Farbe schwarz (ja, das ist keine Farbe) gewürfelt, steigt ein Zombie in einen der alten, roten Doppeldeckerbusse (schön dreidimensional zum Anfassen) ein und ist – erst einmal – keine große Gefahr. Der Bus liefert ihn damit aber nur verzögert aus, denn auf den Plättchen landen die Insassen dann doch früher oder später. Und dass diese Plättchen nach jedem Spieler weiter Richtung Pub geschoben werden, bringt die Zombies zwar wünschenswerterweise langsam in Reichweite unserer Nahkampfwaffen aber auch schnell in Beißposition zu unseren Buddys. Für erlegte Zombies erhält der Spieler Chipstüten, die wiederum im Tausch für weitere Handkarten den Mitspielern gegeben werden.

Der Bus fährt am Rundende um den Block und lädt nach und nach die zugestiegenen Zombies ab, die somit ebenfalls über die Plättchen Richtung Pub laufen. Wenn man hier nicht effizient kämpft, kann da schnell mal eine Horde draus werden. Es gilt so lange durchzuhalten, bis die Rettung naht.

Spielende mit einem Twist

Im letzten Viertel des Kartenstapels befindet sich die Rettungskarte. Wird diese gezogen endet das Spiel sofort. Je nachdem welches Fahrzeug nun als Rettung für die Spieler auftaucht diktiert die Siegbedingungen für die einzelnen Spieler. Mal wird bei Eintreffen des Fahrzeugs um den einzigen Platz darin gewürfelt, mal kommen alle mit, die am wenigsten Bier getrunken haben. Nur wer diese Bedingung erfüllen kann hat das Spiel gewonnen – völlig unabhängig wie das restliche Spiel zuvor verlaufen ist! Dieser Mechanismus ist ein finaler Twist. Darauf vorbereiten kann man sich nicht, da das Fluchtfahrzeug zu Beginn des Spiels zufällig und verdeckt gezogen wird.

Karsten meint:

Pints of Blood Doppeldecker Bus

Der Doppeldecker-Bus transportiert zusätzliche Zombies in unsere Richtung.

Mmh. Schwierig. Also das Thema hatte mich gleich zu Beginn eingefangen. Ganz egal ob man den Film kennt/mag oder nicht: Das Thema ist stimmig umgesetzt worden und auch durchaus ansprechend illustriert. Aber nach den ersten Spielminuten fällt das große Manko von „Pints of Blood“ schnell auf. Denn es gibt nicht viele Wahlmöglichkeiten. Man arbeitet von Runde zu Runde den immer gleichen Ablauf ab. Das kooperative Element sorgt dann nur für wenig Gesprächsstoff am Tisch.

Und das ist der größte Schwachpunkt des Spiels. Die Spieler agieren nicht, sie reagieren. Es ist nicht möglich, sich irgendwelche Strategien zurechtzulegen. Die „Bahn“ mit dem größten Zombieansturm muss eben als erstes bekämpft werden. Das Spiel hat zugegebenermaßen aber auch keinen hochtaktischen Anspruch und ist stark vom Würfelglück abhängig. Was man dem Spiel aber durchaus ankreiden kann und muss ist, wie mit dem Spielende umgegangen wird. Diese Beliebigkeit kann für unglaublichen Frust sorgen, da es einfach nicht möglich ist, auf einen Sieg hinzuarbeiten. So haben bei unserem Test zwei Spieler alles gegeben, um die Zombies in Schach zu halten, und haben dann trotzdem verloren, weil sie zu wenig Chipstüten gehamstert hatten.

Das Spielmaterial könnte besser sein geht aber noch in Ordnung. Die Anleitung erklärt sachlich aber etwas unstrukturiert, die Verwaltung der Bahnen ist manchmal eine ziemlich fummelige Angelegenheit und die Aufkleber fallen schon des öfteren mal von den Würfeln ab.

Fazit: Wer sich die Rettungskarte nicht offen aussucht sondern verdeckt zieht, erntet statt des angedachten Nervenkitzels am Spielende Bluthochdruck und eine Stimmung auf dem Nullpunkt. Davon abgesehen sorgt „Pints of Blood“ eine Zeit lang für Partylaune, wenn man sich aufs Thema einlässt. Aber es ist sicher kein Spiel, das man oft auf den Tisch legen wird, da ihm hierfür die Abwechslung fehlt.

Auf einen Blick

SpieldesignKinjiro
IllustrationenMariusz Gandzel
Erschienen beiEagle-Gryphon Games, HUCH!
Erscheinungsjahr2014
Spieleranzahl24
Spieldauerca. 45 Minuten
Empfohlenes Alterab 14 Jahren
MechanismenKooperatives Spielen
Diese Informationen werden von BoardGameGeek zur Verfügung gestellt. Hier geht es zum Eintrag des Spiels auf BoardGameGeek.

MerkenMerkenMerkenMerken

MerkenMerken

Karsten
Jetzt folgen

Karsten

Begeistertes Spielekind seit Jahrzehnten (Brettspiele, Videospiele, Rollenspiele). Verleiht gerade seinem ersten eigenen Brettspiel "Movie Empire" den letzten Schliff. Arbeitet immer noch hart an seiner "bucket list".
Karsten
Jetzt folgen

Letzte Artikel von Karsten (Alle anzeigen)

Über Karsten

Begeistertes Spielekind seit Jahrzehnten (Brettspiele, Videospiele, Rollenspiele). Verleiht gerade seinem ersten eigenen Brettspiel "Movie Empire" den letzten Schliff. Arbeitet immer noch hart an seiner "bucket list".
Speichere in deinen Favoriten diesen permalink.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.