Vorgestellt – The Game: Extreme – 03/2017

Das Kartenspiel The Game hat einen rasanten Aufstieg hinter sich. Neben der Nominierung zum Spiel des Jahres 2015 folgten eine Mini-Erweiterung mit dem Titel „The Game On Fire“ , eine Sonderedition mit Grundspiel, Mini-Erweiterung und Spielmatte, eine App und mittlerweile verkauft man The Game gleich mit der „On Fire“-Erweiterung zusammen in der bekannten und kompakten Spielschachtel. Während auch wir von The Game sehr angetan waren, verpasste die Mini-Erweiterung dieser Freude einen Dämpfer. Klar, das Spiel war sehr erfolgreich und man wollte den Erfolg zumindest fortsetzen, doch dies gelang mit „On Fire“ nicht im geringsten. Die Idee der Erweiterung konnte in der Praxis einfach nicht überzeugen.

Jetzt hat der Nürnberger-Spielkarten-Verlag mit The Game: Extreme einen richtigen Nachfolger auf den Markt gebracht, dem wir uns in dieser Vorstellung annehmen. Wer The Game noch nicht kennt, sollte sich zuerst unsere Vorstellung des Vorgängers durchlesen, da ich in dieser Vorstellung das Kennen des Vorgängers voraussetze und daher nicht sehr detailliert auf die bekannten Regeln eingehe.

Überblick

Auch The Game: Extreme kommt in der gewohnt kompakten Spielschachtel daher, die insgesamt 102 Karten und ein Faltblatt mit den Regeln enthält. Sowohl die Qualität des Materials als auch das Artwork entspricht dem des Vorgängers, mit der Ausnahme, dass man dieses Mal die Farbe blau statt rot verwendet. Auch am Spielziel selbst ändert sich nichts. Die Spieler müssen weiterhin möglichst alle Karten auf die Stapel neben den vier Reihenkarten ausspielen.

Neu sind in der Extreme-Variante die 28 Befehlskarten, die den Schwierigkeitsgrad des Spiels nochmal ordentlich nach oben schrauben.

Rede mit mir

Kommunikation war bereits beim Vorgänger ein Muss und ist in The Game: Extreme noch wichtiger geworden, denn neben dem Bilden möglichst effizienter und lückenarmer Reihenfolgen, müssen die Spieler nun auch noch die Befehlskarten unterbringen.

Auch im Nachfolger gilt, die Zahlenwerte dürfen nicht direkt benannt werden, sondern müssen möglichst gut und verständlich umschrieben werden. So kann ein Spieler zum Beispiel sagen, dass er „etwas passendes auf der Hand hat“ oder bei einem Stapel „direkt anlegen“ kann. Oder erwähnen, dass er zum Beispiel einen „Kurzen anlegen kann“ oder den Stapel mit einem Rückwärtsschritt „verschönern kann“. Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Mutet dies am Anfang vielleicht noch ein wenig merkwürdig an, so geht das Spielkonzept schnell in Fleisch und Blut über und die Spieler denken sich so manche lustige Umschreibung aus und sorgen damit für den ein oder anderen Lacher oder gar für fragende Gesichter, falls die Umschreibung gehörig daneben ging. Ebenso schnell bekommt man von den anderen Spielern aber auch dumme Sprüche zu hören, wenn man mal wieder eine oder mehre total unpassende Karten gelegt hat. Manchmal geht es halt nicht anders. Das Sprechen über die Befehle ist jedoch ausdrücklich erlaubt.

Mach mir Feuer unter’m Hintern

Die große Neuerung in The Game: Extreme sind die bereits genannten Befehlskarten, die das ganze Spiel ordentlich auf den Kopf stellen. Mal verändern diese sieben verschiedenen Befehle, die jeweils viermal vertreten sind, nur den aktuellen Zug des Spielers (Karten mit Blitzsymbol) und mal bleiben die Befehle solange aktiv, bis sie überdeckt worden sind (Karten mit Unendlichkeitssymbol). Auch die Idee der „On Fire“-Erweiterung ist in einer überarbeiteten Form dabei.

Beim Ausspielen der Stop-Karte ist der Spielzug des aktiven Spielers sofort beendet. Spielt er eine Totenkopf-Karte, muss er diese noch in seinem Zug überdecken, sonst ist das Spiel verloren (On Fire lässt grüßen). Ist eine 3 mit einem Ausrufezeichen dahinter auf der Karte abgebildet, so muss der Spieler insgesamt 3 Karten spielen. Spielt er sie als zweite oder dritte Karte, so zählen die Karten davor dazu.

Gemein wird es wenn die Spieler nicht mehr über das Spiel sprechen und sich auch keine Zeichen mehr geben dürfen. Wobei dies natürlich auch den Vorteil mit sich bringt, dass die anderen Spieler einem nicht mehr reinreden können. Dies kann manchmal ganz praktisch sein. Auch kann es dazu kommen, dass der Rückwärtsschritt nicht mehr ausgeführt werden darf. Dann gibt es noch die Beschränkung, dass man nur eine statt drei Karten nachziehen darf – hier müssen die Spieler dann darauf achten, dass sie nicht alle Karten ausspielen, da immer mindestens zwei Karten ausgespielt werden müssen. Mit einer Karte alleine würde es ansonsten schnell „Game Over“ heißen. Mein persönlicher „Hass-Favorit“ ist jedoch, dass der aktive Spieler alle seine Karten nur auf einen einzigen Stapel ausspielen darf. Hat man selbst keine Karten, um diese zu überdecken, kann man sich und die anderen ganz schön schnell „in die Scheiße reiten“.

 

Peer meint:

Während wir den Vorgänger relativ schnell besiegen konnten, sind wir bei The Game: Extreme bisher (noch) gescheitert, was dem Spielspaß jedoch keinen Abbruch tut. Ganz im Gegenteil, ich bin mehr denn je angespornt das Spiel zu besiegen und auch nach mehreren Runden habe ich Lust weiterzuspielen. Die Regeln sind schnell erklärt und auch die einzelnen Befehle hat man sich nach einer ersten Partie bereits eingeprägt. Spieler des Vorgängers, die nach einer neuen Herausforderung suchen, sollten unbedingt zur Extreme-Variante greifen, denn sie ist ein würdiger Nachfolger. Solltet ihr das Spiel jedoch nur gelegentlich spielen und dabei eher selten unten die Zehn-Karten-Grenze gelangen, so reicht die normale Variante vollkommen aus. Durch die Befehle geht die Leichtigkeit des Vorgängers ein wenig verloren und neben dem Zufall gehen auch hier Glücksgefühle und Frust wieder Hand in Hand. Umso wichtiger ist dieses Mal die gute Kommunikation untereinander.

 

The Game Extreme ist ein Kartenspiel von Steffen Benndorf & Reinhard Staupe für 1 – 5 Spieler und ist im Nürnberger-Spielkarten-Verlag erschienen. Eine Partie dauert ca. 20 – 30 Minuten.


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Peer

Peer

Blogger, Lektor & Übersetzer. Leidenschaftlicher Spieler von Gesellschaftsspielen. Gründer von erklaerpeer.de.
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